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Nikon Spotlight – Kadir Van Lohuizen

Städte die im Müll versinken – die harte Realität des weltweiten Abfallproblems

Der Europäische Nikon Ambassador und Fotojournalist Kadir Van Lohuizen hat sich auf eine Reise begeben, die ihn in die sechs vielfältigsten und kontrastreichsten Städte der Welt führt. Er dringt tief in die Abfallentsorgungssysteme von Jakarta, Lagos, Tokio, New York, Amsterdam und Sao Paolo ein, um das weltweite Abfallproblem unserer Zeit zu dokumentieren.

Das eindrucksvolle und Kontinent-übergreifende Projekt enthüllt, wie Abfall weltweit entsorgt, schlecht gehandhabt oder zum Teil ignoriert wird. Ein Stück Fotojournalismus, das zum Nachdenken anregt!

Wohnen auf einer Müllhalde – Jakarta

Kadirs erstes Ziel auf seiner Reise war Jakarta, Indonesien, wo die Mehrheit des Abfalls der Stadt auf die größte Müllhalde der Welt gebracht wird: Ein 1,08 Quadratkilometer großes Stück Land im benachbarten Bekasi. Das entspricht einer Größe von über 250 Fußballfeldern.

Ausmaße des Abfallproblems in Jakarta – Foto: D810 + AF-S Zoom-NIKKOR 17-35 mm 1:2,8D IF-ED | 1/640 s | Blende 3,2 | ISO 160 | Kadir van Lohuizen

Kadir Van Lohuizen erzählt: „Es gibt ein offizielles Recycling-System in Jakarta, aber einen riesigen unregulierten Markt. Tausende Menschen durchwühlen die Müllhalde nach Plastik und anderen wiederverwertbaren Materialien, die sie verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Plastik ist in der Stadt so begehrt, dass fallengelassene Plastikflaschen nach spätestens zehn Minuten aufgehoben und weiterverkauft werden.“

Abfall einer „Superstadt“ – New York

Die nächste Station war New York, eine Stadt, die fünfzehn Mal so viel Abfall produziert wie Kalkutta. Kadir stellte fest, dass die Müllhalden in New York so voll sind, dass die Stadt dazu übergegangen ist, den Abfall in die benachbarten Staaten zu schaffen, wo er schamlos verbrannt oder auf Müllhalden entsorgt wird.

Plastikabfall wird in New York gesammelt und in die benachbarten Bundesstaaten verschifft – Foto: Nikon Df + AF-S Zoom-NIKKOR 17-35 mm 1:2,8D IF-ED | 1/2500 s | Blende 5,6 | ISO 160 | Kadir van Lohuizen

„Die Berge an Plastikmüll in New York sind eines der größten Umweltprobleme, und jeder, der schon einmal in New York war, wird das bestätigen. Es sind Pläne in Arbeit, um diese Probleme anzugehen, aber eine kurzfristige Änderung – gerade eine Änderung der Verhaltensweisen – in einer so großen Stadt kann nicht über Nacht eintreten. Ich war schockiert davon, welche Ausmaße das Abfallproblem hier wirklich hat.“

Mann in New York sammelt Plastikflaschen auf der Straße für seinen Lebensunterhalt – Foto: D5 + AF-S NIKKOR 35 mm 1:1,4G | 1/1250 s |Blende 1,4 | ISO 250 | Kadir van Lohuizen

Bekämpfung des Problems – Tokyo

Kadir stellte fest, dass Tokyo ein besseres Abfallmanagementsystem hat und konnte dort das globale Gegengewicht des Müllproblems einfangen. Japans pulsierende Hauptstadt zeigt, dass das Land beim Thema Recycling eine Vorreiterrolle einnimmt.

Panorama eines Wertstoffhofs in Tokio, Japan – Foto: D500 + AF-S Zoom-NIKKOR 17-35 mm 1:2,8D IF-ED | 1/2000 s| Blende 10 | ISO 320 | Kadir van Lohuizen

„Ich war sehr beeindruckt davon, wie Tokyo mit seinem Müll umgeht, insbesondere mit Plastik. Wenn man das dortige System mit dem in Jakarta oder New York vergleicht, kann man einen dramatischen Unterschied erkennen zwischen den Orten, die gut damit umgehen und denen, die sich gar nicht darum kümmern.“

Müllsammler – Sao Paolo

Als eine der größten und am schnellsten wachsenden Städte der Welt produziert Sao Paolo mehr Müll als jemals zuvor. Der Großteil landet auf Müllhalden, aber Sao Paolo ist eine der wenigen Städte, in denen ‘Müllsammler’ ein offiziell anerkannter und geschützter Beruf ist. Sie sind in Genossenschaften organisiert und sammeln Plastik, Dosen und Papier auf den Straßen, um den Müll an Unternehmen zu verkaufen, die sich um das Recycling kümmern. Diese Arbeiter werden als Lösung des Problems angesehen, da sie zeigen, wie alle Gesellschaftsschichten zusammen arbeiten, um die Müllentsorgung abzuwickeln.

Organisiertes Chaos – Lagos

Obwohl der übermäßig betriebsame Straßenverkehr und die hohe Anzahl an Menschen Lagos eine apokalyptische Stimmung verleihen, zeigen Kadirs Bilder, dass die Müllhalden und Abfalldeponien in diesem Teil Afrikas überraschenderweise sehr gut organisiert sind.

Einwohner von Lagos durchwühlen ein Müllauto. Foto: D500 + AF-S NIKKOR 17-35 mm 1:2,8D IF-ED | 1/250 s | Blende 13 | ISO 160 | Kadir van Lohuizen

„Das hektische Recycling-System ist ungewöhnlich. Wenn nicht tausende von Menschen im inoffiziellen Recycling-Sektor arbeiten würde, wäre die Stadt schon längst in ihrem eigenen Müll versunken. Es war inspirierend, dass die richtige Abfallentsorgung für die Einwohner wichtig ist – auch wenn sich dies über inoffizielle Wege äußert. Es bleibt aber dennoch viel zu tun.“

Müllverbrennung – Amsterdam 

Die etwa 900.000 Einwohner von Amsterdam produzieren rund eine Million Tonnen Müll pro Jahr, werden aber proaktiver was die Mülltrennung angeht. Alles, was die Einwohner in Müllbeuteln entsorgen, wird in einer Anlage verbrannt, die Metall aussortiert. Das Werk plant außerdem die Eröffnung eines neuen Standorts vor Ende des Jahres, das Plastik und andere Wertstoffe aussortieren wird. Die Stadt beginnt zu verstehen, wie wichtig flächendeckendes Abfallmanagement ist.

Kadir Van Lohuizen sagt: „Mein Ziel ist es, durch dieses und weitere zukünftige Projekte Menschen dazu zu inspirieren, über ihr Abfallmanagement nachzudenken und wie sie zum Schutz unseres Planeten beitragen können.“

Während seiner Reisen verwendete Kadir die Nikon D810, Nikon D500 und Nikon Df neben den folgenden NIKKOR-Objektiven:

  • AF-S NIKKOR 35mm 1: 1,4G
  • AF-S Zoom-NIKKOR 17-35mm 1: 2,8D IF-ED
  • AF NIKKOR 50mm 1: 1,8D
  • AF-S VR Micro-NIKKOR 105 mm 1: 2,8 G IF-ED

Mehr Informationen:

Spezialprojekt im Portrait auf www.nikon.at

Kadir Van Lohuizens Website