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Nikon Spotlight – Joel Marklund

Zwischen zwei Welten – das Volk der Samen in Schweden. Eine Geschichte, die bisher weitgehend vernachlässigt wurde, wird nun von Nikon European Ambassador Joel Marklund erzählt. Mit einer eindrucksvollen Portraitserie lässt er uns in eine fremde, aber faszinierende Welt zwischen Tradition und Moderne eintauchen.

Der weltbekannte Sportfotograf betrat mit seinem Spezialprojekt fotografisches Neuland – das Ergebnis ist jedoch beeindruckend: Eine Dokumentation, die zum Nachdenken anregt und über Klischeevorstellungen hinausgeht. Wahrhaftig etwas ganz Besonderes…

Das indigene Volk der Samen besiedelt schon seit über 5000 Jahren das Sápmi Gebiet, das sich über weite Teile Schwedens, Norwegens, Finnlands und Russlands erstreckt. Über jegliche Staatsgrenzen hinaus, begreifen sich die Samen nach wie vor als Einheit, die durch kulturelle und sprachliche Verbindungen und eine gemeinsame Identität geprägt wird.

Ola Stinnerbom, Samen-Künstler und Trommelbauer, posiert in der traditionellen Tracht, dem Gákti, für ein Porträt Bild: Joel Marklund, Nikon D5 | 1/2000 sec. f/1.4 35 mm | ISO 100 | AF-S NIKKOR 35mm f/1.4G

Um in das Leben dieser Gemeinschaft einzutauchen, hat Joel sie 6 Wochen lang besucht. Mit seiner Nikon D5 und einigen NIKKOR Objektiven im Gepäck ist er diese Reise angetreten, um den Alltag der Menschen mit einer Reihe sehr persönlicher Portraitaufnahmen abzulichten.

Ola Stinnerbom spielt auf einem traditionellen Instrument. Bild: Joel Marklund, Nikon D5 | 1/100 sec. f/2.0 35 mm | ISO 1250 | AF-S NIKKOR 35mm f/1.4G

Kultureller Kontrast

„Die besten Geschichten sind nicht immer nur an exotischen Orten zu finden. Ich wollte über etwas berichten, hinter dem ich wirklich stehe. Es sollte etwas fernab der schnelllebigen Sportfotografie sein, die ich gewohnt bin, wobei ich aber meine journalistischen Erfahrungen einbringen kann.“

In der schwedischen Stadt Boden, nur unweit einiger Samen Siedlungen, aufgewachsen, war Joel seit seiner Kindheit mit der Lebensweise der Samen konfrontiert und auch davon begeistert. Dadurch bewusst, wie wenig er eigentlich wirklich über die Menschen dieses Volkes wusste.

Seine Bilder zeigen gleichermaßen die Traditionen der Samen, wie auch deren Alltagsleben, das sich kaum von der restlichen schwedischen Gesellschaft unterscheidet. Diesen kulturellen Kontrast hervor zu streichen, war Joel ausgesprochen wichtig. Denn, wie er sagt, „zu viele Menschen sehen die Samen nach wie vor als Rentierhirten, die in den Bergen leben, und interessieren sich nicht dafür, dieses Volk wirklich zu verstehen.“

Rentiere werden in ein riesiges Gatter (1.000 bis 5.000 km² Größe) getrieben. Die wohl bekannteste Art und Weise der Samen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ist ihr halbnomadisches Leben beim Hüten der Rentiere. Heute hüten noch etwa 10 % der Samen die Rentierherden, um mit Fleisch und Fell versorgt zu sein. Bild: Joel Marklund | Nikon D5 + AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II | 1/6s | Blende 10 | 140 mm | ISO 100

„Eine der Personen, die ich kennen lernen durfte, ist Marika Renhuvud. Ich traf sie zum ersten Mal, als sie gerade ihrer Familie bei der Rentierschlachtung half. Erst nachdem ich sie ein paar Tage begleiten durfte, erfuhr ich, dass sie die Ballettakademie in Schweden besucht.“

Marika Renhuvud, Tänzerin, posiert in traditioneller Tracht, dem Gákti, für ein Porträt. Bild: Joel Marklund, Nikon D5 | 1/6400 sec. f/1.8 35 mm | ISO 100 | AF-S NIKKOR 35mm f/1.4G

„Für mich ist das Verstehen dieser Art des kulturellen Kontrasts genau das, worum es in meinem Projekt geht. Marika brachte mir viel über die samische Kultur bei, besonders aus der Perspektive der jungen Menschen, die meist zwischen zwei Welten aufgewachsen sind.“

Marika Renhuvud bei einer Aufführung in der Ballettakademie. Bild: Joel Marklund, Nikon D5 | 1/400 sec. f/2.8 130 mm | ISO 6400 | AF-S NIKKOR 70-200mm f/2.8G ED VR II

„Eine weitere tolle Frau, die ich fotografieren durfte, ist Maxida Marak. Sie spielt gerade eine der Hauptrollen in der Fernsehserie Midnight Sun. Maxida stammt aus einer traditionellen Samen Gemeinde, ist nun aber eine erfolgreiche Sängerin nd Schauspielerin in Stockholm.

Maxida Märak, Künstlerin, posiert in der traditionellen Tracht der Samen, dem Gákti, für ein Porträt. Bild: Joel Marklund, Nikon D5 | 1/640 sec. f/1.4 35 mm | ISO 50 | AF-S NIKKOR 35mm f/1.4G

„Ich bin besonders froh darüber, dass ich sie sowohl in ihrer traditionellen Kleidung – der ‚Gákti‘ – in der Umgebung in der sie aufgewachsen ist, als auch auf der Bühne bei der Vorbereitung auf einen Auftritt ablichten durfte. Dabei kamen zwei sehr unterschiedliche – aber gleichermaßen wichtige – Seiten ihrer Persönlichkeit zum Vorschein.

Maxida Märak beim Soundcheck vor ihrem abendlichen Auftritt im Södra-Theater. Bild: Joel Marklund, Nikon D5, AF-S NIKKOR 35 mm 1:1,4G

Die Fotoausrüstung, die dieses Projekt ermöglichte

Für dieses Projekt arbeitet Joel mit der Nikon D5, der AF-S NIKKOR 35mm f/1.4G, der AF-S NIKKOR 50mm f/1.4G sowie der AF-S NIKKOR 70-200mm f/2.8G ED VR II.

„Die D5 ist eine strapazierfähige und robuste Kamera, die sich bestens für Tage bei Schnee und Eis eignet, da man mit ihr raue Wetterbedingungen ohne Probleme meistert. Bei den Linsen war ich mit der 35mm, der 50mm und 70-200mm bestens ausgestattet. Die 35mm und 70-200mm sind speziell für Reportage-Fotografie geeignet, wobei mir deren geringe Tiefenschärfe ganz besonders dabei half, die unvorstellbaren Details der traditionellen Kleidung einzufangen. Die 50mm war praktisch für Situationen mit wenig Licht, als ich beispielsweise im Tanzsaal oder im Konzerthaus war.

Für Fotografen, die ein ähnliches Projekt im Auge haben, hat Joel einige hilfreiche Tipps auf Lager…

„Im Rahmen dieses Projekts erhielt ich unter anderem Einlass in die Wohnräume der Menschen, was natürlich deren Vertrauen voraussetzte. Bevor ich mit dem Fotografieren beginnen konnte, verbrachte ich viel Zeit damit, den Geschichten der Menschen zu lauschen um sie kennen zu lernen. Anschließend waren alle viel entspannter, als es dann tatsächlich zum Fotografieren kam.

Merethe Kuhmunen küsst ihre Freundin Magdalena. Bild: Joel Marklund | Nikon D5 + AF-S NIKKOR 35 mm 1:1,4G | 1/250s | Blende 2 | 35 mm | ISO 2500

Ich würde auch sehr empfehlen, sich einen Ortskundigen zu organisieren, der bei der Planung und Logistik helfen kann. Es ist unglaublich hilfreich jemanden zu haben, der das Gebiet kennt und bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite steht.

Joels Abschlussworte zeigen, wie Fotografie, und insbesondere das Arbeiten mit Fotografie, das Leben verändern kann.

„Die Gelegenheit zu haben, in Schweden, meinem Heimatland, zu fotografieren und dabei die Gesellschaft der Samen kennen zu lernen, hat mein Leben ungemein bereichert. Ich bin schließlich Fotojournalist und somit ist es etwas ganz Besonderes für mich, diese bemerkenswerte Geschichte mithilfe meiner Bilder vermitteln zu können. Ich hoffe einfach, dass diese Bilder andere dazu ermutigen, sich mit den Samen auseinander zu setzen und die Schönheit dieses Volkes schätzen zu lernen.“

 

Mehr zu Joel Marklund hier:
@JoelMarklund

Das Volk der Samen – Joel Marklund Spezialprojekt